Nadja Buttendorf „Never not striking nails“

12.5.20 @ 20:00 Uhr - 22:00 Uhr

Apartment
Frankfurterstr. 60

EIN ONLINE WORKSHOP MIT NADJA BUTTENDORF

Die Zeit der großen Transparente, die von mehreren Menschen getragen werden, scheint vorbei zu sein. Social Media ist voll mit Bildern auf denen einzelne Personen ein Protestschild tragen. Protestschilder werden immer kleiner, weil sie sich so besser auf Social Media inszenieren lassen.

Um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern finden die wöchentlichen KlimaStreiks jetzt fast ausschliesslich online statt. Gestreikt wird unter #netzstreikfürsklima,  #climatestrikeonline und #leavenoonebehind etc.

In dem Online Workshop malen wir unseren Protest im gemeinsamen Videochat auf die Fingernägel. Wir demonstrieren online und halten unseren Protest in einem kollektiven #nevernotstriking “Gruppenfoto” fest, das wieder online gepostet wird.

Der Protest auf dem Fingernagel ist ein subtiler Widerspruch, welcher durch eine sich ständig wiederholende Sichtbarkeit für den/die Träger*in eine neue Form und Intention annimmt. Der Fingernagel als Microbanner.

Die benötigten Materialien für den Workshop bekommt ihr mit der Post zugeschickt. Wir treffen uns im Videochat auf jitsi.org, eine aktive Kamera ist optional.

Die Anmeldung erfolgt bis zum 30. April 2020 an info@supertokonoma.de

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Nadja Buttendorf hinterfragt gegenwärtige Normen und Codes von Geschlechterkonstruktionen und Wertschöpfungsmechanismen des menschlichen Körpers in unserer digitalen Gesellschaft. Ihre Arbeiten verdeutlichen, dass auch unser Technikverständnis an patriarchale Machtverhältnisse geknüpft ist. Ihre auf Interaktion angelegten Arbeiten und Video-Projekte zeichnen hingegen mehrschichtigere Neuerzählungen, in denen Frauen als elementarer Teil der Technikgeschichte wieder sichtbar werden. Dabei extrahiert sie sowohl in ihren performativen Schmuck-Objekten als auch in ihren Tutorial-Workshops kommunikative Momente der Teilhabe im Internet. DIY als verbreitete Online-Ästhetik setzt sie gezielt als Strategie des Zugangs sowie der Verweigerung gegenüber einer neoliberalen Arbeitsethik ein.

Arbeiten und Workshops von Nadja Buttendorf waren zu sehen u.a. im HKW Berlin, im Hartware MedienKunstVerein Dortmund, im Künstlerhaus Bremen, im LaGaîtéLyrique Paris, im MU Eindhoven, im NRW-Forum Düsseldorf, in der Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst Leipzig, im D21 Leipzig sowie in der pankegallery Berlin. Lecture Performances hat sie zudem gehalten u.a. auf der Re:publica, auf dem CCC, bei Creamcake oder in der nGbK Berlin. Nadja Buttendorf ist ausgebildete Goldschmiedin und studierte Bildende Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale).