Talk: Ina Wudke & Nora Sternfeld / „The fine art of living“

13.11.18 @ 20:00 Uhr - 23:00 Uhr

Apartment
Frankfurterstr. 60

TUESDAY 13 NOVEMBER
TALK: INA WUDTKE & NORA STERNFELD / „THE FINE ART OF LIVING“
DOORS: 20:00 BEGIN: 20:30

Gentrifizierung ist kein Naturgesetz, sondern ein Krieg gegen die Einkommensschwachen. Diese sorgsam geplante Entwicklung in Städten wird von politischen AkteurInnen, die wohlhabende BürgerInnen bevorzugen, begrüßt und unterstützt. Von 2008 bis 2018 fokussierten Ina Wudtkes Arbeiten auf die Vertreibung einkommensschwacher MieterInnen aus den Innenstädten. Sie wird mithilfe von juristischen Instrumenten – zum einen durch die sogenannte „Modernisierungsklage“, die massive Mieterhöhungen erzeugt, und zum anderen durch die „Eigenbedarfsklage“ durchgesetzt -, mit der die neuen EigentümerInnen die Übernahme der ehemaligen Sozialwohnungen gegen die einkommensschwachen LangzeitmieterInnen per Gerichtsentscheid einklagen können. The Fine Art of Living erscheint in englischer Sprache und beleuchtet diese dunkle Seite der Nachwendepolitik, die gleichermaßen volkseigene Wohnhäuser der DDR und die sozialen Wohnungsbauten im Westen in private, gewinnorientierte Immobilien transformierte. Mit Beiträgen von Andrej Holm, Elke Krasny, Dieter Lesage, Ursula Maria Probst und Florian Wüst.

Ina Wudtke ist bildende Künstlerin. Seit Januar 2018 ist sie künstlerische Mitarbeiterin der documenta Professur an der Kunsthochschule Kassel. Ihre recherchebasierte Arbeit hinterfragt hegemoniale politisch-gesellschaftliche Diskurse und stärkt Gegendiskurse zu Themenfeldern wie Arbeit, Gender und Wohnen. Von 1992 bis 2004 gab sie das queer-feministische KünstlerInnenmagazin NEID heraus. 2011 erschien unter ihrem Pseudonym T-INA Darling die Konzept-LP The Fine Art of Living über die Verdrängung von EinwohnerInnen mit niedrigem Einkommen aus den Innenstädten. Zusammen mit dem belgischen Philosophen Dieter Lesage schrieb sie das Buch Black Sound White Cube. Die Audiologie des Ausstellungsraums (Wien, Löcker Verlag, 2011).

Nora Sternfeld ist Kunstvermittlerin und Kuratorin. Seit Januar 2018 ist sie documenta Professorin an der Kunsthochschule Kassel. Von 2012 bis 2018 war sie Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki. Darüber hinaus ist sie Co-Leiterin des /ecm – Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Mitbegründerin und Teilhaberin von trafo.K, Büro für Bildung, Kunst und kritische Wissensproduktion (Wien) und seit 2011 Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (London). In diesem Zusammenhang war sie auch eine der künstlerischen LeiterInnen der Bergen Assembly 2016. Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Ausstellungen, Geschichtspolitik, Bildungstheorie und Antirassismus.